Samstag, 6. März 2010

ein Lichtblitz

Gestern fühlte ich mich schon ein wenig besser. Das ist so der Normalfall. Ich habe ein paar Tage an denen ich richtig down bin, alles schlimm ist und ich meine Gedanken und das Leben kaum ertragen kann und dann habe ich aber mittlerweile so viel Handwerkszeug, dass ich mich relativ schnell nach ein paar Tagen wieder in den Griff bekomme, so dass einfach nur die normale Wahnsinnigkeit in meinem Kopf herrscht. Auch heute bin ich mit Schuldgefühlen für gar nichts aufgestanden, auch heute hatte ich ein schlechtes Gewissen für gar nichts, auch heute sind meine Gedankengänge negativ, aber es ist besser als die letzten Tage. Ich bewerte meine Gefühle und Gedanken nicht mehr als so extrem schlimm, sondern meine Rationalität sagt mir, dass ich es überstehen werde und alles nicht ganz so schlimm ist, wie meine Emotionalität es einschätzt.
Ein kleiner Lichtblick heute morgen, was als meine Jeans kurz anzog und merkte, dass ich immer noch mein Gewicht im Moment halte. Das kann ich meiner Gefühlswelt sehr viel auslösen. Mein Gewicht ist immer noch nicht perfekt und ich hätte gerne 7kg weniger, jedoch habe ich seit dem ich meine Medikamente vor gut einem Jahr abgesetzt habe 9kg verloren! YES! Und das ohne Diät, sondern einfach mit der Zeit, in dem sich mein Körper selbst davon entgiftet hat. Diese Woche möchte ich jetzt noch mal intensiv Sport machen und viel Gemüse und Obst essen, wenig Fett und Kohlenhydrate, um vielleicht 2-3 kg zu verlieren und meinem Ziel noch näher zu kommen und das ist die 5 wieder auf der Waage zu sehen. Ich kann es kaum erwarten. Warum schreibe ich jetzt hier darüber? Ganz einfach, da mein äußerlicher Selbsthaß auch ein großer Teil meiner Probleme ist und da jedes Kg weniger für mich ein plus an Positivität in meiner Gefühlswelt bedeutet. Und wenn ich morgens in Klamotten passe, die ich lange nicht anziehen konnte, dann ist mein Tag auf jeden Fall sofort automatisch viel besser.
Menschen die viele Medikamente geschluckt haben und das Gewichts Auf und Ab kennen, wissen wie viel schlimmer es die Depressionen machen kann. Man schluckt die ganzen Pillen und hofft auf Besserung und wenn man Pech hat tritt diese aber nur begrenzt ein und die Traurigkeit über das ansteigende Gewicht wird nun ein anderer Belastungsfaktor. Bei mir stellt sich nämlich dann ein anderer negativer Faktor ein und zwar der, dass ich gar nicht mehr aus der Wohnung gehen möchte. Ich habe dann Angst davor, was die Leute denken, wenn sie sehen, dass ich so viel zugenommen habe. Ich hasse das Gefühl, wenn sie einen anschauen und in ihrem Blick ist zu erkennen, wie sie denken: "ohje, hat sie zugelegt, sie sieht gar nicht gut aus!" Ich hasse diese Blicke mehr als alles andere. Dabei fühlt man sich nicht nur Fett, sondern auch aufgedunsen, durch die ganzen Wassereinlagerungen, welche mich persönlich so extrem ungesund und schlecht aussehen lassen. Aus all den Gründen, versuche ich mich gerade darauf zu konzentrieren, dass ich mich freue, dass ich endlich wieder wenigstens durchschnittlich gut aussehe und mehr Hosen in meinem Schrank habe, die zu weit sind, als zu eng! Der Kampf ist noch nicht vorbei und ich bin noch nicht da, wo ich hin möchte, aber ich bin auf einem guten Weg.

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